Brauche ich als Fitness-Sportler Trainingsprinzipien?


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Veröffentlicht am: 30/12/2014

von Alexander Krauss

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Wer kennt das nicht: Gut besuchte Fitness-Studios, begeisterte Menschen, die sich auf relativ engem Raum teilweise mehrmals wöchentlich in Form bringen wollen: Etwas Ausdauer hier, ein wenig Krafttraining da, vielleicht noch einen Kurs Wirbelsäulengymnastik zwischendurch und dann an der Theke gemütlich noch ein Bierchen trinken. Das sollte doch reichen, um in Form zu kommen, oder? 

Fakt ist: Die meisten, die in einem Studio trainieren, erreichen ihre Trainingsziele nicht. Studien beweisen, dass nur etwa 5% der Trainierenden in einem Studio wirklich das erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Woran liegt das? An der Kompetenz der Trainer? Wahrscheinlich nicht, denn der Trend, gut ausgebildetes Personal in den Fitness-Tempeln zu binden ist seitens der Betreiber ungebrochen. Liegt es an der Tatsache, dass solche Anlagen immer weniger effizient arbeiten können und deshalb Strategien umsetzen müssen, die kostensenkend wirken? Genau hier liegt der Hase begraben

Ein Beispiel: Ein Interessent kommt ins Studio, macht einen Vertrag und wird gerade in der Anfangszeit umgarnt. Er erhält einen Eingangscheck, eine ausführliche Einweisung und einen Trainingsplan. Und was kommt dann? Meistens nicht mehr sehr viel. Die ursprünglich umgarnten Interessenten sind oft auf sich alleine gestellt. Klar, es gibt mittlerweile die Möglichkeit, sich einen Personaltrainer zu engagieren. Aber wer hat schon 500.- Euro im Monat für eine One-to-One Trainingsbegleitung übrig? Stattdessen absolvieren die Menschen in diesen Anlagen wochenlang dieselben Programme, dieselben Übungen, dieselben Wiederholungszahlen mit immer demselben Gewicht.

Und nun die Quizfrage: Wenn der Körper immer dieselben Reize erhält und somit keine Veranlassung für ihn besteht, sich anzupassen, wie groß sind dann die Fortschritte, die erzielt werden? Genau: Es gibt keine Fortschritte mehr!

Aber es ist nicht alles verloren, man muss nur selber etwas hinterher sein. Es gilt gezielt den Trainer ansprechen. Das ist der erste Schritt. Der hilft einem meistens schon weiter. Das Studiopersonal wird leider keinem mehr hinterherlaufen, wenn es um die Erzielung von Ergebnissen geht. Stattdessen freut sich der Geschäftsinhaber, dass keine weiteren Kosten produziert werden.

Also erste Regel: Unbedingt in regelmäßigen Abständen den Coach ansprechen. Dies sollte im 3-Monatsturnus erfolgen. Dann nämlich wird es Zeit für einen Trainingsplanwechsel. Hilfreich ist es auch, zu wissen was das eigene Trainingsziel ist. Ich möchte abnehmen? Muskulatur aufbauen? Meine Bestleistung im Bankdrücken verbessern? Alle drei Ziele erfordern einen anderen Plan. Genau hier kommen nämlich die Trainingsprinzipien ins Spiel. Sind diese denn wirklich so wichtig und entscheidend? In der Tat, das sind sie. Selbst für den Breitensportler, der ein bescheidenes Ziel hat, sind diese von entscheidender Bedeutung.

Was genau sind nun diese magischen Prinzipien? Man könnte sagen, dass dies Regeln sind, die einzuhalten sind, um bestimmte Reaktionen im Körper hervorzurufen. Ein Beispiel: Kontinuierliche Belastungssteigerung - Ich muss als Trainierender regelmäßig neue Reize setzen. Dies funktioniert am einfachsten über eine Steigerung des Gewichtes, oder durch eine Erhöhung der Wiederholungszahl in einem Satz oder einer Serie. Das ist doch selbstverständlich höre ich nun einige sagen und dennoch ist es das mit Abstand am häufigsten vernachlässigte Trainingsprinzip überhaupt.

Ein weiteres Beispiel: Zyklisierung - Ich muss nicht nur als Leistungs-, sondern auch als Breitensportler das Jahr in kleine Zyklen aufteilen. Das bietet mehrere Vorteile. Erstens bin ich in der Lage gewisse gezielte Pausen einzubauen, z.B. für den Urlaub und zweitens können dann die notwendigen Trainingsplanänderungen vorgenommen werden. Das eigene Training steht dadurch gewissermassen auf einem soliden Fundament und Plateaus der Stagnation werden vermieden. Trainingsprinzipien und Fitness sind manchmal nicht einfach in Einklang zu bringen. Es erfordert 
etwas Engagement und Eigeninitiative. Aber: Es lohnt sich. Damit sollte es dann auch möglich sein, zu den 5% derer zu gehören, die ihre Ziele erreichen.

Autor: Alexander Krauss